Seit Jahren ist in der Öffentlichkeit eine Debatte über Managergehälter in Millionenhöhe im Gange. Die Aufregung über derart hohe Gehälter ist bei vielen Politikern, Gewerkschaftern und Bürgern groß. Man rätselt, wie es kommen könne, dass den Topmanagern immer höhere Gehälter zugestanden werden, wenn gleichzeitig Hunderte oder Tausende Mitarbeiter desselben Unternehmens aus betrieblichen Gründen auf Gehalt verzichten müssen oder gar ganz ihren Arbeitsplatz verlieren. Die übliche Antwort dazu ist, dass diese „Topleute“ ins Ausland gingen, wenn man sich den höheren Gehältern verweigern würde. Ich habe dazu eine ganz andere Erklärung.
Wie an anderer Stelle beschrieben (Wie der Nil in der Wüste, S. 24), haben Einkommen aus Arbeit eine natürliche Obergrenze dadurch, dass ein anderer bereit sein muss, einen entsprechend hohen Betrag für die Arbeit zu bezahlen. Und diejenigen, die bei Topmanagern zur Zahlung der Gehälter letztlich bereit sein müssen, sind nicht die Kleinaktionäre und nicht die Aufsichtsräte, sondern es sind die Meudalherren beziehungsweise -frauen der Unternehmen. Wir haben im Kapitel zuvor die Stundenlöhne beziehungsweise die Jahreseinkommen der Meudalherren gesehen, die teilweise im Bereich von 100 Mio. € bis über 1 Mrd. € liegen. Wenn demgegenüber ein Manager ein Jahresgehalt von 10 Mio. € oder rund 400 Mio. US-$ ( http://www.n-tv.de/813149.html , das “Jahresgehalt” des Chefs und Mitgründers der Beteiligungsgesellschaft Blackstone, Stephen Schwarzman, wobei hier die Grenze zwischen Manager und Meudalherr verschwimmt) bekommt, so nur deshalb, weil der betreffende Meudalherr durch diesen Manager ein Vielfaches davon “verdient”. Lägen die Einkommen der Meudalherren noch so niedrig wie in den 1960er Jahren, so gäbe es heute unter Garantie kein einziges Managergehalt von über 1 Mio. € jährlich. Es ist also angesichts der Einkommen der Meudalherren überhaupt kein Wunder, dass manche Unternehmensvorstände Jahresgehälter von ein paar Millionen Euro bekommen.
Sie sehen also: Die irrsinnig hohen Managergehälter heutzutage sind ein typisches Symptom des Meudalismus. Schlimm ist, über die Manager spricht man in der Öffentlichkeit, über die ganz Großen spricht man nicht!
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