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Portugiesischer Staatsbankrott

(April 2011)

von
Harald Wozniewski

Portugal zählt seit langem zu den “Wackelkandidaten” in Euroland. Viele Monate hatte der Staat (!) sind gesträubt, ebenso wie Griechenland unter den “EU-Rettungsschirm” zu gehen. Doch jetzt im April 2011 ist es soweit. Der portugiesische Staat kann seine fälligen Staatsanleihen neben den sonstigen Staatsausgaben nicht mehr bezahlen, insbesondere findet er für neue Staatsanleihen nicht genügend neue Gläubiger (Käufer).

Wie schon bei Griechenland und Irland bekommt die Öffentlichkeit von den Medien und von den Politikern den Eindruck vermittelt, als sei im Lande Portugal das Geld zur Neige gegangen. Klingt ja auch logisch: Nur wenn im Land keine oder nicht mehr genug Geld vorhanden ist, muss man sich ans Ausland (hier: die anderen Euro-Länder) wenden, um sich welches von dort zu leihen. Und alles hängt ja logischerweise auch alles mit Im- und Exporten zusammen. Oder?

Nur seltsam, dass - ebenso wie bei Griechenland und Irland auch - in Portugal noch nie so viel Geld im Land war wie heute! Hier die Geldmengenentwicklung der letzten 10 Jahre:

Geldmengen Portugal

Quelle: Portugiesische Zentralbank Portugal_09.04.2011 data_metadata.xls

Zwar sind M2 und M3 von Januar 2009 bis Juli 2010 etwas gefallen. Aber die Geldmengen sind allesamt noch größer als in all den Jahren vor 2008 - und war damals von Krise die Rede?! Bitte machen Sie sich klar: Die gezeigten Geldmengen sind in Portugal vorhanden!

Es ist wie in fast allen Ländern dieser Welt: Der Geldfluss in jeder dieser Volkswirtschaften hat sich zu einem Nil in der Wüste verwandelt. Die breite Bevölkerung hat kaum noch Geld und der Staat hat auch keins mehr. (Fast) das ganze Geld liegt in den Kassen von wenigen Meudalherren des Landes (andernfalls wäre das Geld ja in der Bevölkerung breit verteilt und jeder hätte - entsprechend des Geldmengenwachstums - enorme Geldbeträge zur Verfügung!)

Und nicht nur das. Die Meudalherren haben in der Vergangenheit ganze Arbeit geleistet dafür, dass sie immer weniger Steuern zahlen müssen und dass stattdessen der Staat sich das fehlende Geld bei ihnen - gegen Zinsen! - leiht. Verrückt! Und die breite Bevölkerung merkt all das nicht einmal! Sie weiß ja nicht einmal, was Geldmengen sind!

Sie wundern sich über den Rückgang bei M2 und M3 von Januar 2009 bis Juli 2010? Das ist ein ganz typisches Bild wie es auch in Irland und inzwischen auch in Griechenland zu sehen ist: Die Meudalherren fürchten angesichts der (Welt)Wirtschaftskrise um ihre Bankguthaben; M2 enthält außer M1 vor allem Sparguthaben bei Kreditinstituten. Die werden in Girokontoguthaben zurückgewandelt und dann auf dem schnellsten Weg in andere Länder verschickt (Die Deutsche Bundesbank hat deswegen enorm hohe Forderungen gegen andere Euro-Zentralbanken! [Ergänzung Jan. 2012: Darüber klagt sogar Hans-Werner Sinn!]).

Ja, und auch der portugiesische Staat ist weiter so dumm, das Geld, das er braucht, nicht als Steuern bei seinen Meudalherren zu holen.

Es lebe der Meudalismus!

 

Leser seit 9.4.2011:


Mittelschicht?
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unten zeigt die
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der aktuellen
Zahlen zu M1.
Weitere Infos
       
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Aktuelle Zahlen (01.05.2012):
Geldmengen pro Haushalt /
 Veränderung p.a.:

Bar: 5.192,85 €
M1: 34.624,25 € / +6,8%
M2: 57.084,49 € / +2,6%
M3: 60.227,02 € / +1,2%
Vermögen & “Stundenlohn”
des reichsten Deutschen:

17,10 Mrd. € / 479.045 €
Die 60 DM Kopfgeld 1948
entsprechen heute:

 6.988,58 €
Der Monatslohn, um heute die Kaufkraft
der 60 DM von damals zu erhalten:

13.977,16 €
Der Bruttostundenlohn aller 
Arbeiter vom Dez. 1948
entspricht heute:
131,62 €
Geldumlaufgeschwindigkeit:
2011 auf 1,86 gesunken
(1981 noch 6,56)
Aktuelle Themen:
Staatsverschuldung
Wie viel Sie vom “Aufschwung” haben

Krisenpolitik - eine unendliche Geschichte

50 Jahre nach
Ludwig Erhard
»Wohlstand für Alle«:


*Dr. Jürgen Borchert, Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht
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